Deutsche Hochdruckliga kritisiert Tests von Blutdruckmessgeräten

Die Deutsche Hochdruckliga ist ein gemeinnütziger Verein, dessen Ziel eine bessere Aufklärung über die Gefahren von Bluthochdruck sind1. Dazu gehört die Bereitstellung von Informationen für die Öffentlichkeit, die Fortbildung von Ärzten und nicht zuletzt auch der Test neuer Blutdruckmessgeräte.

Bei neuen Blutdruckmessgeräten veranlasst die Hochdruckliga eine sorgfältige Prüfung, sofern der Hersteller dies beantragt. Allerdings wird allein die Messgenauigkeit getestet - Bedienungsfreundlichkeit und andere Faktoren spielen keine Rolle.

Messgenauigkeit im Mittelpunkt

Damit grenzt sich die Hochdruckliga deutlich von der Stiftung Warentest und der Zeitschrift ÖKO-Test ab. Diese beziehen eine Reihe anderer Faktoren in ihre Tests mit ein, wie etwa Handhabung, Haltbarkeit und Umwelteigenschaften.

Die Hochdruckliga kritisiert daran, dass diese „weichen Kriterien“ nur vom „harten Kriterium“ der Messgenauigkeit ablenken. "Warum in einen Test einfließen muss, wie viel Schaden das Gerät nimmt, wenn es vom Tisch fällt, ist schwer nachzuvollziehen, solange vom Gesetzgeber keine Vorgaben hierzu kommen.“, erläutert der Vorstandsvorsitzende Professor Bernhard Krämer2.

Der letzte Vergleichstest der Stiftung Warentest (2018) wurde daher auch in Details kritisch kommentiert2:

"Aus Sicht der Deutschen Hochdruckliga sind mindestens 96 Personen erforderlich, um ein hinreichend sicheres Urteil abzugeben. Von der Stiftung Warentest wurden die Geräte an lediglich 32 Probanden getestet."

"Aus Sicht der Hochdruckliga wird auch der Patientensimulator abgelehnt. Es macht keinen Sinn, die Beschaffenheit der menschlichen Gefäße sowie das Pump- und Druckverhalten des Herzens künstlich nachzubilden."

Prüfsiegel für Blutdruckmessgeräte

Die Hochdruckliga hingegen setzt bei ihren Tests auf unabhängige Prüfinstitute und stellt Anforderungen, die teilweise höher sind als die in Deutschland gültige DIN-Norm3. Bestehen die Blutdruckmessgeräte die Prüfung, verleiht die Hochdruckliga ein Prüfsiegel für deren Messgenauigkeit.

Das Ergebnis dieser Prüfung ist frei abrufbar (siehe hier). Allerdings beschränkt sich die Hochdruckliga nur auf die Angabe, welche Blutdruckmessgeräte das Prüfsiegel erhalten haben - weitere Informationen werden nicht veröffentlicht. Zudem gibt es keine Auskunft über Geräte, die den Test nicht bestanden haben.

Blutdruckmessgeräte, die das Prüfsiegel der Hochdruckliga erhalten, sind nicht immer deckungsgleich mit den Testsiegern der Verbraucherorganisationen. Trotz aller Kritik begrüßt die Hochdruckliga grundsätzlich deren Bemühen, in einem unabhängigen Test die Qualität von Blutdruckmessgeräten zu vergleichen.

Wie Professor Kramer abschließend sagt: "Jeder Verbraucher muss für sich entscheiden, welche Prüfkriterien für ihn von Bedeutung sind".

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Quellen und weiterführende Literatur

  • 1 Deutsche Hochdruckliga e.V., Wir übernehmen Verantwortung, abgerufen Januar 2019 (Link)
  • 2 Deutsche Hochdruckliga e.V., Blutdruckgeräte im Test – oder: wer prüft eigentlich was?, Presemitteilung vom 24. Oktober 2018 (Link)
  • 3 Deutsche Hochdruckliga e.V., Klinische Prüfung von Blutdruckmessgeräten zur Erlangung eines Prüfsiegels, Richtlinie, zur Veröffentlichung freigegeben 10/2016 (Link)